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Toshiba - der TV Hersteller

 

Toshiba präsentierte 1959 Japans ersten volltransistorierten TV und 1970 den ersten Farb-TV mit integrierten Schaltkreisen (IC). 1972 gab’s von den Japanern die weltweit erste Bildröhre mit eingewirkten, kontraststeigernden, schwarzen Streifen (Black Stripe). In Europa bietet der Konzern seit 1975 TVs an – wie alle Anbieter von außerhalb der EU durfte auch Toshiba wegen diverser Patente und Schutzabkommen europäischer Anbieter zunächst nur kleine Bildschirmgrößen verkaufen.

Die legendären Toshiba-Bildröhren sind lange Geschichte – und auch aus der LCD-Fertigung hat sich Toshiba komplett verabschiedet. IPS Alpha, die ehemalige Gemeinschaftsfabrik von Hitachi, Panasonic und Toshiba, gehört mittlerweile komplett Panasonic.

Eine Zeit lang versuchten Toshiba und Canon, mit dem in Deutschland Verwirrung stiftenden Namen SED (Surface-conduction Electron-emitter Display) einen neuen Bildschirmtyp zu etablieren. Technisch handelt es sich bei SED um eine Art flachgedrückte Bildröhre, die statt dreier Tausende von Elektronenquellen hat. An einem ähnlichen Prinzip hatte auch Sony schon erfolglos getüftelt.

2004 und 2005 gaben sich Canon und Toshiba optimistisch, bis 2007 die Bildschirme in Serie fertigen zu können. Allerdings wurden LCDs und Plasmas viel schneller als erwartet so billig und gut, dass die theoretischen Vorteile von SED den deutlich höheren Preis für die meisten Kunden nicht gerechtfertigt hätten. Hinzu kamen Patentstreitigkeiten – das alles bewog Toshiba, das Projekt abzublasen. Canon tüftelt weiter an SED – Ergebnis: offen. Aktuell stellt Toshiba keine Bildschirme selbst her, sondern kauft sie von Drittanbietern zu.


LCD TV Toshiba 46 ZV 635

Das moderne Gesicht Toshibas: Hier zu sehen das 46-Zoll-Modell der ZV 635-Serie, die im Mai 2009 auf den Markt kam.


Beim zum Redaktionsschluss herrschenden Überangebot ist das nicht die schlechteste Position: Die Japaner können sich für jede Leistungs- und Preisklasse das beste Modell herauspicken. Näheres zu den verfügbaren Toshiba TV-Modellen lesen Sie in unserer Toshiba LCD Übersicht.


Toshiba – Unterhaltungselektronik:

Das Toshiba-Sortiment in der Unterhaltungselektronik ist zum Redaktionsschluss recht dünn: Neben TVs finden sich noch einige DVD-Spieler (auch tragbare) und -Recorder im Sortiment, zudem digitale Bilderrahmen. Toshiba wehrte sich jahrelang gegen die Blu-ray-Disc und hielt (mit Partner NEC) an der eigenen HD-DVD fest – Zeitungsberichten zufolge soll dieses Abenteuer den Konzern eine Milliarde US-Dollar gekostet haben. Kurz vor Redaktionsschluss teilte Toshiba mit, künftig Blu-ray-Spieler anbieten zu wollen. Ebenfalls kurz vor Redaktionsschluss kündigte Toshiba an, keine Videoprojektoren mehr herzustellen.

Zu den HiFi-Hochzeiten Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre war das Sortiment viel größer: Toshiba hatte nicht nur eine hochwertige HiFi-Linie namens „Aurex“ im Programm, sondern leistete sich mit Onkyo noch eine zweite, eigenständige HiFi-Marke.

Mit ungewöhnlichen Produkten erregten die Japaner Aufsehen: So gab es zu Vinyl-Zeiten einen Tonabnehmer, der weder mit bewegten Magneten oder Spulen funktionierte, sondern – mit Licht. Die Rille der LP lenkte die Nadel des Tonabnehmers aus, die ihrerseits eine Blende mehr oder weniger öffnete. Sie wurde von Licht durchstrahlt, das, von der Blende moduliert, einen Fototransistor beleuchtete. Das von ihm beeinflusste Signal war deutlich stärker und störungsfreier als das herkömmlicher Tonabnehmer. Wie viele japanische Unternehmen in dieser Zeit hatte Toshiba auch ein eigenes Rauschunterdrückungssystem für Cassettendecks namens Adres Im Programm.


Andere Toshiba-Produkte:

 

Toshiba SD-Karte

Eine leistungsfähige SD-Speicherkarte von Toshiba – um eines der vielen weiteren Toshiba-Produkte zu nennen.


Toshiba ist auf vielen Gebieten aktiv. Die Japaner offerieren Büroelektronik, also etwa Kopierer und Faxgeräte, ebenso wie Telefonanlagen oder Handys. Kassensysteme und Strichcodedrucker für Waren kann, wer will, ebenfalls von Toshiba beziehen. Neben kompletten Mobil-PCs ist Toshiba auch ein wichtiger Hersteller von Computer-Festplatten. DVD-Brenner fertigt man in einem Gemeinschaftswerk mit Samsung („TSST“). Auch spezialisierte Mikrochips bieten die Japaner an – am bekanntesten dürfte der mit IBM und Sony entwickelte Cell-Prozessor für die Playstation 3 sein. Ebenso engagiert man sich bei SD- und USB-Speichermedien auf Flash-Basis.

Medizintechnik findet sich im Portfolio des Konzerns – aber auch Klimatechnik oder Lampen auf LED-Basis. Toshiba hat die schnellsten Aufzüge der Welt im bis 2007 höchsten Gebäude der Welt gebaut, dem Taipei Financial Center. Sie fahren mit einer Geschwindigkeit von einem Kilometer pro Minute – laut Hersteller geräuschlos und vibrationsfrei. Die Japaner haben Industrieroboter im Sortiment, zudem Wasser-, Dampf- und Atomkraftwerke.


Toshibas Firmengeschichte:

Der heutige Toshiba-Konzern hat zwei Wurzeln: Hisashige Tanaka gründete 1875 mit „Tanaka Seizo-sho“ (Maschinenfabrik Tanaka) Japans erste Telegraphenfabrik. Unter dem Namen Shibaura Seisaku-sho (Maschinenfabrik Shibaura) wurde die Firma zum größten Elektrotechnikproduzenten des Landes – vergleichbar der damaligen Stellung von Siemens oder AEG.

Zum Zweiten im Toshiba-Bunde wurde Hakunetsu-sha & Co, eine 1890 von Ichisuke Fujioka und Shoichi Miyoshi gegründete Glühlampenfabrik – Japans erste. Über die Jahre erweiterte die Firma ihr Sortiment und benannte sich 1899 in Tokyo Denki (Tokyo Elektrotechnik) um.

Beide Firmen wurden in der erste Hälfte des 20ten Jahrhunderts auf ihren Gebieten zu Marktführern. 1939 schlossen sie sich zusammen – der Name des fusionierten Konzerns: Tokyo Shibaura Denki (Tokyo Shibaura Elektrotechnik). Aus „Tokyo Shibaura“ wurde recht schnell „Toshiba“ – aber erst 1978 übernahm der Konzern diesen Namen offiziell.

Schon 1915 entstanden mit Röntgenröhren die ersten elektronischen Bauteile, 1919 die ersten Rundfunk-Senderöhren. Bereits 1924 wurden Radios gefertigt sowie – versuchsweise – Bildröhren. 1942 baute Toshiba Japans erstes Radar, 1952 Japans ersten TV-Sender. 1959 entstanden die schon erwähnten volltransistorierten TVs und Prototypen von Videorecordern auf Basis der von Eduard Schüller (Telefunken) 1953 patentierten Schrägspuraufzeichnung.

Toshibas große Stunde in der Unterhaltungselektronik schlug Mitte der 1990er: Als es darum ging, die technischen Daten der DVD festzulegen, konnten die Japaner viele ihrer Ideen im endgültigen Standard unterbringen. Toshiba wurde ein wichtiges Mitglied des DVD-Forums und profitierte einige Jahre von den bei DVD genutzten Patenten.

Im Jahr 2000 feierten die Japaner den 125ten Firmengeburtstag. Aktuell beschäftigt der Konzern weltweit rund 199.000 Mitarbeiter.

Für die Produktbereiche Computer, Bürokommunikation und Unterhaltungselektronik ist die Europazentrale seit dem 1. Mai 2009 in Neuss im Westen Deutschlands angesiedelt.

 

 

An diesem Artikel zu Toshiba und Toshiba TVs waren beteiligt:
Autor(en): Karl-Gerhard Haas
Verantwortlicher Redakteur: Florian Friedrich
Fotos: Hersteller und AV T.O.P. Messtechnik GmbH
Letzte Aktualisierung: Oktober 2009
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