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Panasonic - der TV Hersteller


In Japan debütierte Panasonic im Jahr 1952 mit seinem ersten Schwarz-Weiß-TV, erste Farbmodelle folgten ab 1960. In Europa war der Hersteller - wie auch seine ausländischen Mitbewerber - bis Ende der 1980er auf kleine Bildschirmgrößen beschränkt. Blaupunkt, Grundig, Metz, Siemens, Telefunken & Co. konnten den Markt lange Zeit durch ihre Lizenz- und Patentpolitik abschotten.

Als diese Schranken fielen, drehte Panasonic auf: 1990 erschien mit dem TX-37 A 2 D der damals teuerste TV Europas: Umgerechnet mehr als 5000 Euro kostete der TV. Zu einer Zeit, als schon eine Röhrendiagonale von 84 Zentimetern als groß galt, setzte Panasonic mit dem 94-Zentimeter-Trumm Maßstäbe. Interessanterweise stammte die Bildröhre des TX-37 A 2 D von Mitsubishi, die 100-Hertz-Technik von Sony.

Zeitweise arbeiteten die Japaner eng mit dem fränkischen Hersteller Loewe zusammen - diese Liaison hielt aber nur ein paar Jahre. In Europa erschien der erste Plasma TV des Herstellers 1998 - der TC-42 PD 1 F hatte mit 640 x 480 Bildpunkten eine eher bescheidene Auflösung (wie auch die damaligen Konkurrenzmodelle), der Preis war mit umgerechnet rund 16.000 Euro dafür um so höher.


Panasonic TX-P42GW10

Ein moderner Panasonic TV, wie der hier abgebildete TX-P 42 GW 10, kostet nicht annähernd so viel wie eines der früheren Modelle des Herstellers. Trotzdem sind sie nicht gerade billig - dieses Modell kostet Sie um die 870 Euro.


Panasonic TV Geräte sind zwischenzeitlich die prominentesten Vertreter der Plasma-Bildschirmtechnologie. Die koreanischen Anbieter LG Electronics und Samsung stellen zwar ebenfalls eigene Plasmabildschirme her; in ihrem Sortiment dominiert aber die LCD-Technik. Nachdem der langjährige Plasma-Verfechter Pioneer seine Werke geschlossen hat, konnte Panasonic ein Gutteil der dortigen Entwickler übernehmen.


Die Japaner lassen aber nichts anbrennen und so fertigt Panasonic auch Flüssigkristallbildschirme in eigenen Werken, die unter „IPS Alpha Technology" firmieren. Ursprünglich waren Hitachi und Toshiba bei IPS Alpha mit im Boot, zwischenzeitlich betreibt Panasonic die Werke aber allein. In manchen Panasonic TVs kommen auch Panel von LG Display zum Einsatz.

 

Panasonic-Unterhaltungselektronik:
Panasonic ist stark im Bereich der DVD- und Blu-ray-Disc-Recorder und -Spieler. Camcorder - sowohl Standard-PAL-Modelle als auch HD-Videokameras - gehören ebenso zum Sortiment wie die unter dem Zusatz Lumix angebotenen Digitalkameras.


Deutlich schwächer ist das Engagement auf dem klassischen HiFi-Markt: Die ehemals starke Marke Technics existiert nur noch auf den Plattenspielern des Hauses, darunter den Klassikern für Disc-Jockeys SL 1210 M 5 G und SL-1210 Mk 5. AV-Receiver, einige Mini-Anlagen sowie Blu-ray- und DVD-Komplettanlagen sind im Repertoire; Kopfhörer und anderes Audiozubehör runden das Sortiment ab. Ebenso bietet Panasonic Profi-Camcorder und -Videorecorder an sowie andere TV-Studiotechnik. Die Marke „Ramsa" für professionelle Audiotechnik ist zwischenzeitlich verschwunden.


Andere Panasonic-Produkte:

Panasonic Mikrowelle

Nein, es handelt sich hier nicht um den neuesten Panasonic TV, sondern um eine Mikrowelle. Panasonic ist in zahlreichen Bereichen des Elektronikmarktes vertreten.


Panasonic offeriert fast die gesamte Palette an Hausgeräten: Kühlschränke, Staubsauger, Klimaanlagen, Waschmaschinen oder Brotbackautomaten gibt's von den Japanern. Aus dem Handy-Markt hat sich der Hersteller außerhalb Japans zurückgezogen, Faxgeräte, Schnurlostelefone und professionelle Telefonanlagen finden sich aber immer noch im Portfolio.


Panasonic ist stark im Batteriemarkt - diese Sparte dürfte durch die Übernahme von Sanyo in Zukunft noch ausgebaut werden. Im PC-Geschäft hat man sich mit den robusten Mobilrechnern namens „Toughbook" eine lukrative Nische erobert; Scanner und Drucker gibt es von Panasonic ebenso wie Kopierer. Und schließlich bieten die Japaner Rasierer für Sie und Ihn an - sogar einen Nasenhaarschneider.

 

Panasonics Firmengeschichte:
Panasonic wurde im Jahre 1918 von Konosuke Matsushita (sprich: Mazuschta) gegründet. Bis zum Jahr 2008 firmierte der Mutterkonzern unter diesem Namen. Matsushitas erste Produkte waren genial einfach: eine Glühlampenfassung, die zusätzlich eine Steckdose für ein weiteres Gerät mitbrachte und eine Steckdose, die man in eine Glühlampenfassung schrauben konnte. Die Firma hat ihren Ursprung wie auch den aktuellen Hauptsitz im japanischen Osaka.


In den 1920ern entwickelte Matsushita eine batteriebetriebene, kugelförmige Fahrradlampe, die im Gegensatz zu den üblicherweise verwendeten Kerzen oder Petroleumlampen 30 bis 40 Stunden Licht spendete. Der Handel traute dem Braten zunächst nicht - im Lager sammelten sich schnell 3000 bis 4000 Exemplare des Weg-Weisers. Matsushita reagierte: Er schickte Muster der Lampen zu Händlern - eines brannte zur Demonstration, die anderen konnten verkauft werden. Erst danach mussten die Händler für die Ware zahlen. Das Risiko lohnte sich - in kürzester Zeit setzte er 2000 Lampen pro Monat ab. Innerhalb eines Jahres wurden daraus 10.000 Lampen pro Monat.


Im April 1927 folgte eine weitere, batteriebetriebene Fahrradlampe - diesmal mit eckigem Gehäuse. Auch sie wurde dem Handel auf Kommission überlassen - mit 30.000 verkauften Stück pro Monat war sie noch erfolgreicher als ihr rundlicher Vorgänger. Und: Zum ersten Mal zierte ein Matsushita-Produkt der Markenname „National". Im selben Jahr setzte Matsushita auf Fließbandproduktion nach US-amerikanischem Vorbild - und konnte so Bügeleisen deutlich billiger als die Konkurrenz anbieten.


Das erste elektronische Gerät des Hauses entstand 1931 - ein Radio. 1935 begann Panasonic, an TV Geräten zu forschen - ein Prototyp entstand 1938, 1939 empfing das Gerät Bilder eines Senders aus Tokio. 1950 wurde die Forschung wieder aufgenommen, der erste Schwarzweißfernseher erschien 1952 - noch bevor das Staatsfernsehen NHK regulär sendete.


Im Jahr darauf begann im Hause die Forschung an Videorecordern. Die ersten Modelle erschienen 1964. 1976 vermarktete Panasonic in Japan kurzfristig ein eigenes Video-Cassettensystem namens VX 2000, übernahm aber dann das gemeinsam mit der damaligen Tochter JVC entwickelte VHS. Der aus heutiger Sicht recht alberne Markenname der Recorder: MacLord.


Der Name Panasonic tauchte zum ersten Mal 1955 auf - auf Lautsprechern des Hauses. Konosuke Matsushita trat 1961 mit 66 Jahren vom Posten des Geschäftsführers zurück. Er starb am 27. April 1989 im Alter von 94 Jahren.



An diesem Artikel zu Panasonic und Panasonic TV Geräten waren beteiligt:

Autor(en): Karl-Gerhard Haas
Verantwortlicher Redakteur: Florian Friedrich
Fotos: Hersteller und AV T.O.P. Messtechnik GmbH
Letzte Aktualisierung: September 2009

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