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Grundig Vision 9 47-9980 T USB
Beim Grundig Vision 9 47-9980 T USB handelt es sich um einen 47 Zoll großen LCD-Fernseher mit unten angebrachter Soundbar, in die 16 kleine Lautsprecher integriert sind. Das mit 2.500 Euro bezifferte Grundig-Spitzenmodell finden wir Anfang 2010 im Internet bereits unter 1.800 Euro.
Getestet von Florian Friedrich am 24. Februar 2010
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anständige Farben
leichte, intuitive Bedienung
prima Bewegungsschärfe
toller Klang
schickes Design
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24p-Bild mit 3:2-Pulldown-Stottern
zu geringer Kontrastumfang im Heimkino
unsaubere Verarbeitung von HDMI-576i/p-Signalen
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Heimkino-Puristen werden sich angesichts des niedrigen Kontrasts und des 24p-Stotterns mit Grausen abwenden. Im TV-Alltag entpuppt sich der Grundig jedoch als leicht zu bedienender Fernseher mit einer ordentlichen Bewegungsschärfe und natürlichen Farben. Und sein Klang ist hervorragend, was man nur von wenigen Fernsehern behaupten kann.
Wichtigste Anschlüsse:
4x
1x
2x
1x
Multimedia
Der eingebaute USB-Mediaplayer kann Musik-, Video- und Fotodateien abspielen, wobei die Schärfe der Fotos allerdings nicht optimal ist. Im Laufe des Jahres 2010 soll auch noch ein USB-Speicher folgen.
Sonstige Ausstattung
Das Anschlussfeld des Grundig wirkt aufgrund der zahlreichen Buchsen etwas eng. Besonders ungewöhnlich ist der regelbare Subwoofer-Anschluss (80 bis 400 Hertz).
Der integrierte Tuner empfängt analoges Kabel- sowie digitales Antennenfernsehen (DVB-T), wobei er aktive DVB-T-Antennen mit einer Speisespannung versorgt. Noch im Jahr 2010 soll ein Modell auf den Markt kommen, das auch einen Sat-Tuner an Bord hat.
Beim Thema Stromverbrauch stellt sich unser Testkandidat nicht gerade als Held heraus: Knapp 190 Watt bei halber Helligkeit sind nicht gerade berauschend, aber immer noch niedriger als wie bei Plasma-Fernsehern.
Tonqualität
3D-Sound: der unten angebrachte Klangprojektor.
Hier ist natürlich die eingebaute Soundbar zu erwähnen, durch die sich der Grundig angenehm von der Konkurrenz abhebt. Statt flachbrüstiger Minilautsprecher glänzt er mit einer unten montierten XXL-Box, die genauso breit wie der Fernseher ist. Grundig nennt diese Soundbar „3D-Klangprojektor“, und hinter dieser Bezeichnung stecken hinter einer robusten Lochblende acht Breitband- und acht Hochton-Treiber. Zudem strahlen zwei Bassreflex-Lautsprecher im Gehäuse nach hinten ab. Dieser Aufwand lohnt sich, da das Soundsystem nicht nur laut, sondern auch räumlich differenziert aufspielt.
Die einzelnen Chassis können gezielt angesteuert werden, wodurch sich der Schall in bestimmte Richtungen lenken lässt. Dieses Prinzip bezeichnen Akustiker als Wellenfeld-Synthese. Weil dabei auch die umgebenden Wände einbezogen werden (Reflexionen), ergeben sich verblüffende Surround-Effekte. Entscheidender Vorteil: Während bei klassischem Virtual Surround mit Stereo-Lautsprechern der Effekt nur im sogenannten „Sweep Spot“, also der Hörposition in der Mitte der beiden Lautsprecher, auftritt, erzeugt die Soundbar Effekte für wesentlich mehr Zuhörer auf unterschiedlichen Sitzpositionen.
Im Lieferumfang: ein Einmessmikro samt Ständer.
Die Einrichtung ist einfach, da Grundig ein Mikrofon und eine Einmessautomatik mitliefert. Auf das Einmessen sollte man auf keinen Fall verzichten, da überzeugende Surround-Effekte erst nach dieser kurzen Anpassung an den Raum entstehen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Fernseher nicht zu nah an einer Seitenwand steht, erst dann kann sich der Raumklang richtig entfalten. Außerdem sollte der Raum eher spärlich eingerichtet und nicht überfrachtet sein, damit der Schall ausreichend reflektiert werden kann. Da die Grundig-Techniker der Soundbar Decoder für Dolby Digital und DTS spendiert haben, ist das System dazu in der Lage, echte 5.1-Surround-Signale auszuwerten. Diese können über den digitalen Audio-Eingang auch von einem Blu-ray-Player oder einer Set-Top-Box kommen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: voluminöser Klang mit guter Räumlichkeit. Musik klingt zunächst neutral, im Laufe der Zeit aber etwas zu aggressiv. Für Musikliebhaber ist die Soundbar deshalb keine echte Alternative zu einem ausgewachsenen Boxenset.
Handhabung

Ein Druck auf die Fragezeichen-Taste genügt, schon wird auf dem Bildschirm jede Taste auf der Fernbedienung erläutert. Das nennen wir Service!
Auch hier sammelt der Vision 9 47-9980 T USB Pluspunkte: Die schlanke Fernbedienung liegt hervorragend in der Hand und glänzt mit der Fragezeichen-Taste, die auf Wunsch alle Funktionen erklärt. Das Menü sieht optisch eher einfach gestrickt aus, reagiert aber sehr schnell. Für zusätzlichen Komfort sorgen eine Programmtauschtaste und sinnvoll vorsortierte Senderlisten. Missfallen hat uns lediglich die automatische Formatumschaltung, die 4:3-Sendungen grundsätzlich auf den gesamten Bildschirm streckt.
Bildqualität bei Standard-Signalen
Als Ausgangsbasis für ein gutes TV-Bild sollte man die Voreinstellung „Weich“ wählen. Bei dieser Wahl sollte man allerdings nicht vergessen, etwas Schärfe herauszunehmen und den Rauschfilter auszuschalten (siehe „Ideale Einstellungen“ weiter unten). Die auf diese Weise gewonnene Justierung lässt sich im AV-Modus „Benutzer“ abrufen. Das Bild des analogen Tuners wirkt ehrlich, wenn auch nicht besonders detailreich. Auch das digitale Tunerbild sieht anständig aus, wenn man mal vom zu großen Bildbeschnitt (Overscan) absieht.
Besonders positiv fällt Folgendes auf: Selbst bei seitlichem Blick sehen wir – völlig untypisch für LCD-Fernseher – ein ansehnliches Bild, weil sich weder Gamma noch Farben störend verändern. Keine Spur also von der starken Blickwinkelabhängigkeit bei LCDs. Die hohe Strahlkraft sorgt auch tagsüber für ein deutliches Bild, lediglich das Display könnte noch ein bisschen effektiver entspiegelt sein.
Als prinzipiell gut kann man auch die Bewegungsschärfe bezeichnen, wobei es allerdings stark auf die Einstellung der dreistufigen MEMC-Schaltung ankommt. Diese kann das Filmruckeln (Judder) glätten und schnellen Kameraschwenks mehr Bewegungsschärfe verleihen – ganz nach persönlichem Geschmack. Wer bei Spielfilmen zum Beispiel das echte Filmruckeln sehen möchte, sollte sie deaktivieren und zugleich den Backlight-Regler niedrig einstellen, sonst verschmieren die Bilder. Beim Konsum von TV-Sendungen und Dokumentationen empfiehlt sich hingegen die mittlere Stufe.
Aus Scart-RGB- und HDMI-576i/p-Signalen kann der Grundig leider nicht alle Details herauskitzeln, weshalb das Bild etwas zu soft wirkt. Außerdem vermissen wir auch eine saubere Vollbildwandlung für Spielfilme. So mussten wir beispielsweise in unserer beliebten Testszene in „Sechs Tage, sieben Nächte“ (Kameraschwenk über den Strand) Flimmern feststellen. Ein PAL-Bild mit maximaler Detailschärfe sehen wir erst bei hochskalierter Zuspielung (1080i/p). Deshalb sollte man in Kombination mit dem Grundig auch DVD-Player und HDMI-Set-Top-Boxen mit Upscale-Funktion verwenden.
Bildqualität bei hochauflösenden Signalen

Fast perfekte Farbwiedergabe – lediglich dunkelste Graustufen stellt der Grundig etwas zu bläulich dar.
Zunächst schieben wir den Schwarz-Weiß-Klassiker „Casablanca“ in den Blu-ray-Player. Der Grundig zeigt dabei eine sympathische und nur minimal zu warme Abstimmung. Auch bei Farbfilmen wie „Casino Royale“ gibt es kaum etwas zu beanstanden: Das vierte Kapitel des Bond-Abenteuers sieht nicht nur farbenprächtig, sondern auch natürlich aus, wie die Hauttöne und die Farbe des Ozeans belegen. Auch Feinzeichnung und Schärfe überzeugen.
Im computeranimierten Vorspann des Bond-Streifens zeigen sich jedoch Schwächen bei der 24p-Darstellung: Die vorbeifliegenden Ornamente stottern ungleichmäßig wie bei einer 60-Hertz-Zuspielung (3:2-Pulldown). Das Problem kann allerdings durch die Filmglättungsschaltung MEMC behoben werden, wenn man diese auf „Niedrig“ stellt.
Und noch ein Problem tritt bei Zuspielung von hochauflösenden Signalen hervor: Der niedrige Im-Bild-Kontrast, der sich besonders in dunklen Szenen bemerkbar macht. So wirkt zum Beispiel die kaum beleuchtete Straße in „Benjamin Button“ (Kapitel zwei) viel zu flach, das bläuliche Restlicht verringert die Tiefenwirkung und die Plastizität. Unser Tipp: Den Raum nur leicht abdunkeln und den „dynamischen Kontrast“ aktivieren, da dieser mit aufgehellten dunklen Details mehr Kontrast und Durchzeichnung suggeriert.

Diese Einstellungen im Grundig-Menü verbessern nicht nur die Feinzeichnung, sondern auch den subjektiven Kontrast. Als Ausgangsbasis dient dabei die Voreinstellung „Weich“.
AV-Modus: Benutzer
Helligkeit: 51
Kontrast: 67
Schärfe: 30
Farbe: 48
Rauschreduktion: aus
Farbtemperatur: warm
Brillante Farben: aus
Perfect Clear: aus
MEMC: aus
Dynamischer Kontrast: ein
Dynamisches Backlight: ein
MPEG Artefaktreduktion: aus
* optimiert auf originalgetreue HDTV-Wiedergabe über den HDMI-Eingang in dunkler Umgebung.



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